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Von der BürgerInnenintiative zur Grätzelinitiative Margaretenbad

Beiser Claudia 31.07.2015

Ausgangspunkt ist das Margaretenbad als Treffpunkt über Generationen und wesentlicher Bestandteil der Grätzelkultur in Geidorf. Seit 2007 ist die BürgerInneninitiative engagiert diese Kultur am Leben zu erhalten und zu kommunizieren.

2008 gab es die Ausstellung „Bad der Erinnerungen“ mit Zeitzeugnissen der BadbesucherInnen über 80 Jahre; diese wurden letztes Jahr unterstützt vom Kulturamt digitalisiert und stehen so der Grazer Bevölkerung zur Verfügung. Im Margerl finden sich (Jugend-)Erinnerungen aus 9. Jahrzehnten, Freundschaften für´s Leben und sogar Ehen wurden hier begründet.

Gleichzeitig spiegelt sich in der Geschichte des Bades die Geschichte unserer städtischen Lebenskultur des letzten Jahrhunderts; von der Körperkultur über die (Ent-)Nazifizierung bis zur modernen Architektur wurden bereits in den letzten fünf Jahren Zeitdokumente seit 1928 gesammelt und werden nun im Rahmen des Grätzelmonats ergänzt und neu präsentiert.

Auch Bewegung und Sport haben eine lange Tradition im Margerl und sind Zeitzeugen der Kulturgeschichte: hier trainierte die Wasserballmannschaft des GAK, ebenso wie öffentliche Boxkämpfe abgehalten wurden und ein Fahrradparcours im Carré der umliegenden Straßen stattfand. Heute sind es Beachvolleyball und Zumba, die hier angeboten werden.

Diese urbane Grätzelkultur findet seine Fortsetzung in der Grätzelinitiative mit einem Grätzeltreff, der auch im Heute für die GrätzelbewohnerInnen u.a. Kommunikation und Freude bieten.

Die Hintergründe 2007

In den letzten Jahren häufen sich die Gerüchte, dass es konkrete Überlegungen gibt, das Areal des Margaretenbads gewerblich zu nutzen; manche sprechen gar von bereits vorhandenen Bebauungsplänen in den Schubladen von Immobilienfirmen. Besorgniserregend in diesem Zusammenhang ist auch ein Passus aus dem Schriftverkehr zwischen Stadt Graz und Freizeitbetriebe : dass "die Freizeitbetriebe die übertragenen Bäder nach rein ökonomischen Gesichtspunkten führen müssen und damit auch berechtigt sind, Bäder aus betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit zu schließen bzw. anderer Nutzung zuzuführen."

Jedem muss klar sein, das ein öffentliches Freibad nie nach wirtschaftlichen Kriterien sondern aus Überlegungen der städtischen Infrastruktur und Gesundheitsvorsorge seine Berechtigung zieht, da geht es um politische Verantwortung!  

Wunschprojekt "Haus Margerl"   November 2012, Projektidee: Beiser 

Zugänglich für alle - so hätten wir es uns gewünscht, um

- mich gesund und fit zu halten (von Yogakurs über Shiatsu-Massage bis zur Psychotherapie)

- das offene Angebot für jung und alt zu nützen (vom ErsteHilfeKurs bis zum KaffeeundKuchen-Tratscherl)

- mein Kind in der (Ferien-)Betreuung gut untergebracht zu wissen

- eine Fotopräsentation von meinem letzten Urlaub zu zeigen, meinen Geburtstag zu feiern oder eine Veranstaltung zu besuchen

- und vieles mehr  

Die 600m² im Obergeschoss des Eingangsgebäudes des Margaretenbads werden einerse

its genutzt als Coworking für AnbieterInnen aus dem Gesundheitsbereich Die gemeinsame (Infra-)Struktur von Warte-, Sanitär- und Umkleideräumlichkeiten, Kaffeeküche, Gruppenraum und Einzel-(behandlungs)raum wird stunden- bzw. tageweise angemietet.

anderseits als Mehrgenerationen-Geidorf-Treffpunkt mit Kinderbetreuung Ideen der BesucherInnen des Margerls finden Platz – der Raum wird genutzt für Miteinander–lernen, feiern, erleben. Wenn SeniorInnen die Kleinen in der Nachbarschaft betreuen und Jugendliche älteren NachbarInnen den Umgang mit dem PC erklären; Leihomas und -opas Märchen-, Bastel- und Spielnachmittage organisieren... Veranstaltungsraum kann für Feste, Kulturelles, Bezirkstreffs u.ä. angemietet werden. In den Ferien gibt es in Kombination mit dem Freibad professionelle Kinderbetreuung mit Mittagessen.  

Nach 12 Jahren Leerstand zieht USI ein. 2014

Mehr als 12 Jahre standen die ehemaligen Saunaräumlichkeiten im Obergeschoss des Eingangsgebäudes leer - seit Jahren machen wir darauf aufmerksam, da sich die Kosten für den Standort und das Freibad daurch enorm erhöhten. Durch zusätzliche Pachteinnahmen und einen längerfristigen Mietvertrag ist nun wohl auch das Freibad abgesichert. Weiters sind im Obergeschoss das Büro von Don Camillo und der Kärntner Chor eingemietet.

Wenn auch getrennt abgerechnet, tragen die Pachteinnahmen leicht ein eventuelles Defizit des Freibades - rein wirtschaftlich steht der Standort Margaretenbad sehr gut da.

Grätzelmonat Februar 2015   ein wichtiger Schritt Richtung Grätzelinitiative

Der Bezirksrat Geidorf mietet im Februar 2015 Räumlichkeiten im Obergeschoss des Margaretenbades an und stellt sie für Grätzelaktivitäten zur Verfügung. Ressourcen aus der Nachbarschaft werden genützt und geteilt. Dabei passiert Kontakt und Begegnung, ein nachhaltiges Miteinander. Die Einbeziehung aller Generationen durch generationsübergreifende Projekte und Veranstaltungen verbindet stufenlos alte Grätzelkultur mit neuer. Eine Fort- und Weiterführung der Kontakte ist gewünscht …