Minna Beckmann-Tube (1881 – 1964) - Grillparzerstraße 22
Minna Tube stammt aus einer protestantischen Familie aus Metz in Lothringen. Ihr Vater war Militärpfarrer. Durch seinen Beruf ist die Familie oft umgezogen, so lebte sie in Danzig, Metz, Posen und Altenburg. In der Familie spielte Kunst und Musik eine wichtige Rolle, was auch den weiteren Lebensweg von Minna stark prägte. Neben der jüngsten Tochter Minna gab es noch drei weitere Töchter und einen Sohn.
Der Vater ist früh gestorben. Nach seinem Tod zog die Familie nach Altenburg (zwischen Leipzig und Zwickau in Thüringen). Der Mutter war eine gute Ausbildung für ihre Töchter wichtig. Minna besuchte mit 19 Jahren ein Mädchenpensionat in Lausanne, wo sie Margrit von Thüna kennenlernte, in deren Familie sie später wohnen wird.
Schon seit ihrem 11. Lebensjahr wollte Minna unbedingt Malerin werden, was damals für Frauen „unschicklich“ war. In Weimar gab es halboffizielle Damenateliers (vor allem junge adelige Frauen nahmen daran Teil). Der Lehrer – Frithjof Smith – erkannte Minnas Talent und meinte, sie sei die „beste Schülerin, die er je gehabt hat.“
Minna wohnte in Weimar bei Margrit von Thünas Familie, ihrer Schulkollegin aus der Schweiz. Ein Streit zwischen den Mädchen führte dazu, dass Minna nicht mehr in die Familie zurückkehren konnte.
Im Jahr 1902 öffnete die Kunsthochschule in Weimar das Studium auch für Frauen und für Minna war nun ein ordentliches Studium möglich. In Weimar lernte sie den um fast drei Jahre jüngeren Max Beckmann bei einem Faschingsfest kennen, auch er studierte an der Kunsthochschule.
Minna ängstigte sich, dass ihr die „Sache mit Max Beckmann“ über den Kopf wachsen könnte, in dem Sinn, dass sie das Malen nach ihrer Hochzeit beenden müsste. Es gab immer wieder längere Trennungen aufgrund von Aufenthalten in Paris (Beckmann) und Amsterdam (Tube). Schließlich heirateten sie 1906 in Berlin und wie es Minna befürchtete, verbot ihr Max Beckmann das Malen.
1918 kam sie an das Grazer Stadttheater (heute Grazer Oper) und blieb bis 1923. Es war eine Glanzzeit in der Oper. Auch der junge Jurist Karl Böhm – er hat das Dirigieren nie gelernt – arbeitete mit Minna zusammen. Sie verewigte ihn in zwei Porträts – in den Jahren nach dem Krieg malte Minna wieder, aber nur wenige Bilder sind von ihr erhalten. Minna war nun über 40 Jahre und wurde von Beckmann wegen einer jüngeren Frau verlassen.
Im Jahre 1924 kommt es zur Trennung von Max Beckmann und im folgenden Jahr heiratete er Mathilde von Kaulbach (genannt Quappi). Mathilde Kaulbach stammte aus einer bekannten Münchner Malerfamilie und war selbst Sängerin. Ihr drohte dasselbe Schicksal wie Minna, nämlich ihre Kunst – das Singen und Violine spielen - sein lassen zu müssen.
Anfang des Jahres 1925 kam es zur Scheidung „in bestem Einvernehmen“. Seit diesem Zeitpunkt hatte sie nie mehr öffentlich gesungen, ihre Stimme war „weg“.
Anfang des Jahres 1925 kam es zur Scheidung „in bestem Einvernehmen“. Seit diesem Zeitpunkt hatte sie nie mehr öffentlich gesungen, ihre Stimme war „weg“.
Im Sommer 1925 verließ sie Graz und ging zurück nach Berlin. Sie hielt auch weiterhin regen Briefkontakt mit Max Beckmann.
Max Beckmann starb 1950 in New York. Nach seinem Tod wurde sie zu einer zentralen Figur in der Beckmann Forschung, ihr Wohnzimmer war das Zentrum für all jene, die sich für ihn interessierten.
Max Beckmann starb 1950 in New York. Nach seinem Tod wurde sie zu einer zentralen Figur in der Beckmann Forschung, ihr Wohnzimmer war das Zentrum für all jene, die sich für ihn interessierten.
Minna Tube starb 1964 im Alter von 81 Jahren.
Max Beckmann war sehr erfolgreich und hatte auch nach dem Tod seiner Mutter genug Geld geerbt, um ein Grundstück in Berlin zu kaufen und dort ein Haus bauen zu lassen.
1908 wurde der gemeinsame Sohn Peter geboren. Für Minna Tube war ja das Malen vorbei und sie widmete sich dem Gesangsunterricht. Auch darin war sie sehr erfolgreich. 1913 gab sie bereits erste Konzerte. In den Jahren des ersten Weltkriegs sang Minna vor allem in Wohltätigkeitskonzerten. Max Beckmann nahm als Sanitäter am Krieg teil. Nach dem ersten Weltkrieg kehrte Beckmann nicht mehr zu Minna zurück. Max Beckmann blieb in Frankfurt und Minna hatte Engagements in verschiedenen Städten (Dessau, Chemnitz und Graz).
1908 wurde der gemeinsame Sohn Peter geboren. Für Minna Tube war ja das Malen vorbei und sie widmete sich dem Gesangsunterricht. Auch darin war sie sehr erfolgreich. 1913 gab sie bereits erste Konzerte. In den Jahren des ersten Weltkriegs sang Minna vor allem in Wohltätigkeitskonzerten. Max Beckmann nahm als Sanitäter am Krieg teil. Nach dem ersten Weltkrieg kehrte Beckmann nicht mehr zu Minna zurück. Max Beckmann blieb in Frankfurt und Minna hatte Engagements in verschiedenen Städten (Dessau, Chemnitz und Graz).
Diese Engagements nahm sie vor allem an, um Geld zu verdienen. Max Beckmann, der ja mittlerweile auch gut mit seinen Bildern verdiente, konnte mit Geld nicht gut umgehen und so war Minna gezwungen selbst für den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn zu sorgen. In den Opern von Richard Wagner feierte sie große Erfolge an der Grazer Oper.
Text : Brigitte Dorfer
Lit.: Stephan Reimertz, Max Beckmann und Minna Tube (Berlin 1996).
Doris Schmidt (Hrsg), Frühe Tagebücher 1903/04 und 1912/13 (München 1985).
Fotos: Graz Museum