Valeska Türner

geboren am 28.03.1888 in St. Petersburg, wurde 1919 Landesvorsitzende der KPÖ Steiermark und war in den 1920er-Jahren in der Sozialdemokratischen Frauen- und Lehrerorganisation aktiv. Sie gab in der Arbeiterkammer Sprachkurse und stand mit der ersten weiblichen Abgeordneten im Steirischen Landtag Martha Tausk im Austausch.

 29. 12.1927 Arbeiterwille

Funktionärinnenkurs in Arbeiterkammer Mariengasse 12 Vortrag der Genossin Valeska Türner über Bürgerliche und proletarische Kunst. Anschl. Diskussion.
Der Funktionärinnenkurs ist für alle Frauen und Mädchen, die sich mit den Grundsätzen des Sozialismus vertraut machen wollen, frei zugänglich und bietet ihnen Gelegenheit, sich vorerst im kleinen Kreise in freier Rede zu versuchen. Leitung: Martha Tausk.
 
Von 1928 bis zu ihrer Entlassung aus dem Schuldienst 1934 wegen ihrer politischen Aktivitäten während des austrofaschistischen Regimes war Türner als Hauptschullehrerin für Mädchen in Graz tätig. Im September 1938 wurde sie bei einer Verhaftungsaktion des NS-Regimes gegen bekannte Kommunisten:innen und Sozialdemokrant:innen festgenommen. Es folgte die Deportation in das KZ Lichtenburg, dann die Überstellung in das KZ Ravensbrück, wo sie im Februar 1942 vom Lagerarzt auf die Liste für die Einweisung in ein Sanatorium für „Minderarbeitsfähige und alle Kranke“ gesetzt wurde, was ihrem Todesurteil gleichkam.
So kam sie Anfang Februar 1942 in die Euthanasie-Anstalt Bernburg an der Saale, wo sie am 10. Februar 1942 ermordet wurde.

Ihr Name findet sich auf der 1970 enthüllten Gedenktafel der Pädagogischen Akademie Graz, 2019 wurde für sie ebendort ein Stolperstein gesetzt.